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Kinderwallfahrt 2010

Was machen eigentlich Sternsinger im Juli?
Aufbrechen wie die Könige

"Nächstes Jahr gehen wir zwei Wochen, dann von Aachen Richtung Spanien!" Das sagt Sophia, 13, beim Abschied nach einer Woche Kinderwallfahrt.

Begonnen hatte alles am 19. Juli am Dreikönigsschrein im Kölner Dom. Wie die heiligen drei Könige, die der Verheißung des Sterns folgten und den neugeborenen Jesus fanden, machten sich 17 Kinder (10-13 Jahre) - zum großen Teil aktive Sternsinger aus Horbach und Richterich - auf den Weg. Begleitet wurden sie dabei von den jugendlichen BetreuerInnen Christiane Brauers, Maren Eisenbach, Christian Gatzweiler, Astrid Obrecht und Benedikt Steffens sowie Christa Baggen, Gemeindereferentin, und Hedi Simons, Kindermissionswerk "Die Sternsinger".

Ausgerüstet mit einer Portion Lust auf Abenteuer, am Anfang wohl auch mit etwas Unsicherheit und Skepsis, und mit den eigenen Wünschen, Träumen und Gaben geht es auf den etwa 80 Kilometer langen Weg von Köln nach Aachen. Auf dem uralten Jakobsweg lassen sich die Kinder allerdings von der Muschel anstatt wie die drei Könige von einem Stern leiten. Es gilt die Augen offenzuhalten nach dieser Orientierung auf dem Weg. Dann führt sie zuverlässig ans Ziel. Wahrscheinlich war das bei den heiligen drei Königen schon genau so. Verliert man die Wegmarken dennoch aus dem Auge, gibt es immer hilfreiche Menschen, die weiter wissen und oft genug die kleinen Pilger zusätzlich mit Wasser, Keksen oder der heimischen Toilette unterstützen. Eine tolle Erfahrung beim Unterwegs-Sein. Wie es sich anfühlt, den ganzen Tag zu laufen, meist bei großer Hitze, mit einem Rucksack auf den Schultern, früher oder später schmerzenden Füßen - diese Erkenntnis brachte bereits die erste Etappe.

Auf ihrer Wallfahrt denken die jungen Pilger zunächst über sich selbst nach: Was macht mein Leben schön und schwer und welche "Gaben" habe ich in meinem "Gepäck"? Die Schieflagen in der Einen Welt werden am nächsten Tag mit auf den Weg genommen. Schließlich ist die Aufgabe, sich einen Tag besonders mit einem der Weggefährten zu beschäftigen und sich für ihn eine kleine Wohltat zu überlegen. Da werden unterwegs Blumensträuße gepflückt, Rucksäcke für den anderen getragen, Wasser und Gummibärchen geteilt - kreative Vielfalt einzig mit dem, was jeder selbst und die Natur am Weg zu bieten hat.

Viel Unterstützung für die pilgernden Kinder gab es auch aus den Gemeinden St. Heinrich und St. Martinus: Das Nachtgepäck wurde täglich von einer Station zur nächsten gefahren, die Abende mit Gitarrenmusik und Gesang verschönert, Eltern brachten jeden Abend ein leckeres Essen ans jeweilige Etappenziel und wahrscheinlich brannte während dieser Woche so manches Kerzchen ...

Siebzehn Kinder müde, aber stolz und um ein paar wichtige Erfahrungen reicher erreichen am Ende der Woche das Ziel der Wallfahrt, den Aachener Dom.
Große Hitze, weite Wege, Regen, Gewitter und nicht zu vergessen - der einwöchige Entzug von Handy, Gameboy, MP3-Player & Co. wurden erfolgreich bewältigt.

"Ich finde gut, dass wir das gemacht haben, was wir uns beim Vorbereitungstreffen vorgenommen haben: wir sind gute Weggefährten geworden," bringt David, 11, seine Erfahrung auf den Punkt.

 

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