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Geschichtliche Entwicklung der Pfarrgemeinde St. Peter

Die Orsbacher hatten lt. ihrer Chronik am 10.5.1641 mit dem Pastor Schoenbrodt von Holset einen Vertrag geschlossen, dass er an Sonn- und Feiertagen in Orsbach eine Messe zu lesen hatte. Dieser Vertrag wurde notwendig, da der alte Rektor verstorben war und man sich nicht über einen geeigneten neuen Pastor einigen konnte. Die Orsbacher hatten lt. Geschichtsbücher eine eigene Kollektur, was zu der Zeit im Rheinland äußerst selten war. Es wird vermutet, dass das wiederum mit der Abgelegenheit des Ortes zu tun haben mag. Zu späterer Zeit wurde auch mit der Stadt Aachen über die Einsetzung von Pfarrern gestritten. Es ist die Rede davon, dass die Nische hinter dem Altar quasi als "Wahlraum" genutzt wurde und dass sich die Wahlberechtigten in zwei Lager aufgeteilt hatten.

Im Jahre 1613 bis 1648 war die Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der als Religionskrieg geführt wurde. In Folge des Reformationsstreites durften die Vaalser Katholiken ihre Kirche nicht mehr nutzen. Deshalb kamen die Katholiken von Vaals, Holset und Vijlen vom Jahre 1663 bis 1669 in Orsbach zur Kirche. Es wird berichtet, dass die Vaalser auf dem Oxal ihren festen Platz hatten, aber wegen der Vielzahl der Besucher die Empore baufällig wurde. Unter anderem durch die "Benutzung von Soldaten und anderes Volk".

Im Jahre 1675 baten die Orsbacher den Rat der Stadt Aachen um Hilfe, ihre marode Kirche zu reparieren. Das Bittschreiben wurde nicht erhört. Ein weiteres Bittschreiben richteten die Orsbacher unter dem Pastor Johannes Friedrich Preuten im Jahre 1727 an den Rat der Stadt Aachen, worin es heißt: "weil arm und unvermögend seien sie nicht in der Lage, die 700 Jahre alte Kirch zu reparieren und bitten aus Liebe ihrer christkatholischen Nebenmenschen eine christliche Beysteuer zu tun".

Letztendliche Folge davon war, dass auf Betreiben des Pastors de Goer von Laurensberg, Preuten für fünf Jahre von seinem Amt suspendiert wurde. Bei einem Versuch de Goers im Jahre 1739 in Orsbach die Osterkommunion zu reichen, ist solch eine Aufruhr entstanden, dass er in das Haus des Küsters Jakob Bindels flüchten musste. Erst im Jahre 1753 versuchten die Orsbacher den Streit mit der Pfarre Laurensberg beim Magistrat der Stadt Aachen beizulegen. Der Streit war so weit gegangen, dass einige berichteten, es seien die Angehörigen ohne geistlichen Beistand gestorben und begraben worden.

Erst nach dem Tode von de Goer im Jahre 1758 normalisierte sich das Pfarrleben in Orsbach allmählich. Im Jahre 1763 schlossen die Orsbacher bei dem Notar in Wittem einen Vertrag mit dem späteren Rektor und Pastor Johann Werner Drouven aus Simpelfeld. Dieser hat uns eine lückenlose Chronik über die gesamten Begebenheiten im Ort hinterlassen. Zu seiner Zeit wurde unser heutiges Pfarrhaus, welches unter Denkmalschutz steht, erbaut. Drouven starb im Jahre 1793.

Am 25. Juni wurde der Weltpriester Franz Milles als Pastor gewählt und blieb bis zu seinem Tod im Jahre 1815. (Von 1794 bis 1814 war Aachen unter französischer Besatzung.) Pfr. Milles bewirkte, dass Orsbach vom 8.4.1802 bis 1808 zur selbständigen Sakkursalpfarre erhoben wurde. Danach wurde Orsbach wieder der Pfarre Laurensberg untergeordnet.

Jedoch mit Urkunde vom 22.04.1840 wurde Orsbach vom Erzbischof zu Coeln wieder zur selbständigen Sakkursalpfarre erhoben, die es bis heute noch ist. Im Jahre 1863 wurde die alte Kapelle abgebrochen und am 13.4.1863 unter Pfr. Lambertz der Grundstein der heutigen Kirche gelegt. Am 25.06.1864 wurde die Kirche bei der ersten Messe durch Pfr. Lambertz eingesegnet. Er verstarb am 18.04.1868. Die Konsekration durch Erzbischof Melchers fand am 15.06.1868 statt. Am 17.September 1868 wurde Louis Michels Pastor von Orsbach, der bis zu seinem Tod im Jahre 1892 hier wirkte.

Quellen:

  • Simon Geerkens
  • Leppert, Buch "Laurensberg in seiner Geschichte".

Die Amtszeiten unserer Pfarrer haben wir ebenfalls zusammengetragen.